{"id":71,"date":"2016-10-29T08:10:41","date_gmt":"2016-10-29T08:10:41","guid":{"rendered":"http:\/\/s522742329.online.de\/?p=71"},"modified":"2016-10-29T08:10:41","modified_gmt":"2016-10-29T08:10:41","slug":"hz-muhammed-a-s","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mgdiyanet.de\/de\/hz-muhammed-a-s","title":{"rendered":"Muhammed, Der Gesandte Gottes"},"content":{"rendered":"<div>Propheten sind Gottesgesandte, die g\u00f6ttliche Botschaften empfangen und verk\u00fcndigen. Sie sind Vermittler der Offenbarungen Gottes.<\/div>\n<div>Muhammed (Friede sei \u00fcber ihm) ist\u00a0der letzte Gesandte Gottes. Ihm hat Gott\u00a0sein Wort, den Koran, innnerhalb von\u00a023 Jahren offenbart. Er ist Vorbild f\u00fcr die\u00a0 Muslime. Seine Ausspr\u00fcche, seine Verhaltens- und Lebensweisen\u00a0wurden\u00a0von seinen\u00a0Gef\u00e4hrten festgehalten und\u00a0als\u00a0so genannte Prophetentraditionen (hadis) \u00fcberliefert.<\/div>\n<p><u>Kindheit und Jugendzeit:<\/u><\/p>\n<p>Muhammed\u00a0 (F.s.\u00fc.i.) wurde um das Jahr 571 n. Chr. in Mekka auf der Arabischen Halbinsel geboren und geh\u00f6rte dem Stamm der Quraish an. Seine Abstammung geht auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams und Hagars, zur\u00fcck. Der Prophet verlor fr\u00fch seinen Vater Abdullah und seine Mutter Amina. Als Vollwaise wuchs er zun\u00e4chst bei seinem Gro\u00dfvater Abd\u2019al-Muttalib, sp\u00e4ter bei seinem Onkel Abu Talib auf.<\/p>\n<p>Der G\u00f6tzendienst (Polytheismus) war zur damaligen Zeit in Mekka sehr verbreitet.\u00a0Die gesellschaftlichen Lebensumst\u00e4nde dort waren\u00a0schlecht und grausam.<\/p>\n<p>Der Prophet entwickelte sich bereits vor seiner Gottesgesandtschaft f\u00fcr seine Umwelt und Mitmenschen zu einer vertrauensw\u00fcrdigen Pers\u00f6nlichkeit und erhielt demgem\u00e4\u00df den Beinamen &#8222;Muhammed el-Amin&#8220; (Muhammed der Vertrauensw\u00fcrdige). Jedermann vertraute ihm seine wertvollsten Gegenst\u00e4nde an, die er sonst niemandem \u00fcbergeben konnte. Gott erw\u00e4hlte ihn als seinen letzten Propheten\u00a0und bereitete ihn auf seine gro\u00dfe Aufgabe vor. Er galt als eine fehlerfreie, makellose Pers\u00f6nlichkeit und war vor S\u00fcnden gefeit.<\/p>\n<p>Etwa im Alter von 25 Jahren heiratete der Prophet Khadidja, f\u00fcr die\u00a0er bereits Handelsbeziehungen \u00fcbte. Sie hatten zwei gemeinsame S\u00f6hne und vier T\u00f6chter.<\/p>\n<p><u>Offenbarung und Botschaft:<\/u><\/p>\n<p>Im 40. Lebensjahr\u00a0 (610 n. Chr.) erhielt er die erste Offenbarung Gottes durch den Engel Gabriel auf dem Berge Nur. Dorthin zog er sich bereits \u00f6fter zur\u00fcck, um \u00fcber die unmoralische Lebensart seiner Gesellschaft nachzudenken, bevor er mit der\u00a0Gottesgesandtschaft ausgezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Vers f\u00fcr Vers, Abschnitt f\u00fcr Abschnitt vervollst\u00e4ndigte Gott der Allerbarmer seine Offenbarung in\u00a023 Jahren. Die erste Aussage der Offenbarung Gottes an seinen Gesandten lautete:<\/p>\n<p>\u201eLies, im Namen deines Herrn, der erschaffen hat,<br \/>\nEr schuf den Menschen aus einem Klumpen Blut.<br \/>\nLies, denn dein Herr ist der all g\u00fctige,<br \/>\nDer (den Menschen) lehrte durch die Feder,<br \/>\nden Menschen lehrte, was er nicht wusste.\u201c [Koran 96\/1-2].<\/p>\n<p><a id=\"107\" name=\"107\"><\/a>Mit diesen g\u00f6ttlichen Worten begann sein Prophetentum und die Welt konnte sich nun auf die Barmherzigkeit Gottes freuen: \u201eWir entsandten dich nur als eine Barmherzigkeit f\u00fcr alle Welten\u201c. [Koran: 21\/107.]<\/p>\n<p>Die universale Botschaft, die Gott durch seinen Gesandten den Menschen verk\u00fcndigte,\u00a0 sollte die Gesellschaft ver\u00e4ndern..<a id=\"4\" name=\"4\"><\/a> So kam es zu Gerechtigkeit unter den Menschen und zur Abkehr vom B\u00f6sen. Seine Botschaft betonte besonders die hohen moralischen Werte und die Gerechtigkeit. Dies wird in der Sura 68 Vers 4 des Koran deutlich: \u201eUnd du besitzest ganz sicherlich hohe moralische Eigenschaften\u201c.<\/p>\n<p>Der Prophet sagte dazu selbst: \u201eIch wurde entsandt, um hohe edle Charakterz\u00fcge zu vervollkommnen\u201c. So erbten wir die prophetischen Werte wie Sanftmut, Friedfertigkeit und Toleranz. Eine Eigenschaft des Propheten\u00a0war auch, sanftm\u00fctig (halim) zu sein. Die Quelle seiner Moral und der Toleranz ist der Koran.<\/p>\n<p><u>Toleranz und Mitmenschlichkeit :<\/u><\/p>\n<p>Sowohl in den heiligen Schriften,\u00a0 als auch in den Werken der Philosophen\u00a0und der \u00a0Weisen, taucht der Begriff &#8222;Toleranz&#8220; immer wieder auf und\u00a0stellt\u00a0 <em>die<\/em> Charaktereigenschaft schlechthin dar. Die Tradition der Toleranz findet ihre Akzeptanz und Fortsetzung ebenfalls in der Spiritualit\u00e4t und Fr\u00f6mmigkeit des Islam.<br \/>\nSo legten Gott und der Prophet des Islam allen Menschen gegenseitige Toleranz ans Herz. Deshalb sollte ein Muslim mit Andersdenkenden und Andersgl\u00e4ubigen g\u00fctig umgehen und deren Einstellungen und Meinungen respektieren. Dar\u00fcber lesen wir im Koran:<\/p>\n<p>\u201eEuch euer Glaube, mir mein Glaube.\u201c (109\/6)<\/p>\n<p>So praktizierte der Prophet selbst diese Werte und empfahl uns, tolerant gegen\u00fcber anderen zu sein. Er \u00e4u\u00dferte sich\u00a0dar\u00fcber folgenderma\u00dfen: \u00a0\u201eEin Muslim ist ein Mensch, der mit allen gut auskommt und mit dem man auch gut auskommen kann.\u201c<\/p>\n<p>Zweifellos ist Gott der Barmherzigste der Barmherzigen, er liebt die Menschen, die Mitleid haben. Der Prophet hielt an seiner Toleranz immer fest, auch wenn\u00a0sein Leid\u00a0zunahm. Er besa\u00df einen sehr sanftm\u00fctigen Charakter, mit dem er auch B\u00f6ses ertragen und dulden konnte. Nicht-Muslimen tat er nie Unrecht an. Als der Prophet Muhammed in der Gebirgsstadt Taif (in der N\u00e4he von Mekka) mit Steinen beworfen wurde, betete er zu Gott f\u00fcr seine Verfolger mit folgenden Worten: \u201eO mein Herr! Erbarme dich ihrer. Denn mein Volk ist unwissend. Sie wissen nicht, was sie getan haben.\u201c<\/p>\n<p><u>Vorbild und Beispiel:<\/u><\/p>\n<p>F\u00fcr Muslime ist er ohne Zweifel ein universeller Bote Gottes, der mit seiner Lehre f\u00fcr alle Zeiten einen vorbildlichen Charakter besitzt.<br \/>\nDurch seinen Sanftmut und seine G\u00fcte zeigte er einen Weg auf, der f\u00fcr die Menschheit bahnbrechend sein sollte.<br \/>\nDer Gesandte Gottes galt in seiner Umgebung als au\u00dferordentlich vertrauensw\u00fcrdig, wahrheitsliebend, gro\u00dfz\u00fcgig, hilfsbereit, freundlich, h\u00f6flich und sehr bescheiden. Au\u00dferdem war er innerlich und \u00e4u\u00dferlich rein, was er auch jedem empfahl. Er war sowohl Prophet als auch Diener Gottes.<br \/>\nEr k\u00fcmmerte sich sowohl um das soziale Leben seiner Gesellschaft, als auch um das Leben seiner Familie und legte allergr\u00f6\u00dften Wert auf eine\u00a0\u00a0respektvolle Behandlung\u00a0der Frauen. \u00a0In seiner Abschiedspredigt \u00e4u\u00dferte er sich dazu: \u201eIch empfehle, dass ihr die Rechte der Frauen achtet und diesbez\u00fcglich gottesand\u00e4chtig handelt. Denn ihr habt ein gewisses Recht \u00fcber eure Frauen, sie haben ein gewisses Recht \u00fcber euch.\u201c Aus diesem Grund pflegte er nicht nur ihre Bed\u00fcrfnisse zu erf\u00fcllen, vielmehr zeigte er sich seinen Frauen gegen\u00fcber in jeder Hinsicht behilflich und verst\u00e4ndnisvoll.<br \/>\nAuch als Ehemann brachte er seiner Frau Freundschaft, Respekt und praktische Unterst\u00fctzung entgegen und sagte: \u201eDas Paradies liegt zu F\u00fc\u00dfen der M\u00fctter\u201c. Mit dieser Aussage verdeutlicht er, dass er die Frauenrechte, insbesondere die der M\u00fctter f\u00fcr fundamental\u00a0hielt.<\/p>\n<p><u>Toleranz gegen\u00fcber Andersgl\u00e4ubigen und Nachbarn:<\/u><\/p>\n<p>Seine Lebensweise zeigte\u00a0 gegen\u00fcber Angeh\u00f6rigen anderer Religionen gro\u00dfen Respekt und menschliche N\u00e4he. Er lehrte seine Anh\u00e4nger, dass zu\u00a0 Christen und Juden eine besondere N\u00e4he besteht und dass den Menschen die freie Wahl obliegt, den Glauben an Gott anzunehmen oder abzulehnen, und dass Muslime ihre Mitmenschen mit G\u00fcte behandeln sollen. Muhammed sah sich als Nachfolger Jesu und bezeichnete diesen als seinen \u201eBruder\u201c.<br \/>\nToleranz gegen\u00fcber\u00a0 Nachbarn ist im Islam sowohl eine soziale Aufgabe, als auch ein Gebot; denn\u00a0 Nachbarn kommen gleich nach der Familie.<\/p>\n<p>Die Beachtung der Rechte der Nachbarn und Pflege guter Nachbarschaftlichkeit war f\u00fcr ihn \u00e4u\u00dferst wichtig. Dabei spielte die Glaubensrichtung des Nachbarn keine Rolle.<br \/>\nEr bekr\u00e4ftigte diese Ansicht mit Nachdruck: \u201eDerjenige ist kein (wahrhaftiger) Gl\u00e4ubiger, der sich satt isst, w\u00e4hrend sein Nachbar Hunger leidet.\u201c Desgleichen betonte er: \u201eDerjenige, dessen Nachbarn vor seinen Missetaten nicht sicher sind, ist kein Gl\u00e4ubiger.\u201c<\/p>\n<p><u>Hidschra (Auswanderung) und Tod :<\/u><\/p>\n<p>Der Prophet nahm die Einladung der muslimischen Gruppe der Stadt Yathrib (sp\u00e4ter Medinat-an-Nabi* und davon abgeleitet al-Medina**) an und wanderte\u00a0 mitsamt allen\u00a0 gl\u00e4ubigen Muslimen dorthin aus. Damit konnte er das Leben seiner Person und die Existenz seiner Gemeinde retten.<\/p>\n<p>Die Auswanderung des Propheten Muhammed von Mekka nach Medina (Yathrib) erfolgte im September 622 n. Chr. In Medina schloss er mit unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und St\u00e4mmen ein Friedensabkommen. Dank dieses Gesellschaftsabkommens lebten Juden, Christen und Muslime in dieser Stadt ziemlich friedlich zusammen. Das Abkommen bildete die Grundlage f\u00fcr eine friedliche Koexistenz arabischer und j\u00fcdischer St\u00e4mme, die seit Jahrhunderten im Zwist\u00a0 miteinander gelebt hatten.<br \/>\nAuch die erste Moschee des Islam wurde vom Propheten und seinen Gef\u00e4hrten in Medina errichtet. Ebenso gr\u00fcndete er die erste Gemeinde und Gemeinschaft des Islam. Im Jahr 632 starb er in Medina und\u00a0wurde in der erw\u00e4hnten Moschee begraben.<br \/>\nDie wichtigste Botschaft des Propheten des Islam damals wie heute ist das friedliche Zusammenleben aller Menschen.<br \/>\nDie Muslime freuen sich \u00fcber die gesegnete Geburt ihres Propheten und feiern sie jedes Jahr mit dem Gef\u00fchl, das der t\u00fcrkische Sufi Dichter (Mystiker) Yunus EMRE (ca. 1240-1321) zur Feier der\u00a0gesegneten Geburt des Propheten Muhammed mit dem folgenden Gedicht zum Ausdruck bringt:<br \/>\nDie ganze Welt versank in Licht,<\/p>\n<p>als Muhammed geboren ward,<br \/>\nMan sah kein schwarzes Angesicht,<\/p>\n<p>als Muhammed geboren ward,<br \/>\nDie Huri-M\u00e4dchen kamen an,<\/p>\n<p>in Windeln ihn zu wickeln dann,<br \/>\nSie beugten vor dem Kind sich dann,<\/p>\n<p>als Muhammed geboren ward,<br \/>\nDas weinend\u00b4 Kind getr\u00f6stet war,<\/p>\n<p>er freut die Mutter die gebar,<br \/>\nund gl\u00e4ubig ward der Heiden Schar,<\/p>\n<p>als Muhammed geboren ward,<br \/>\nO Bruder, so sagt Yunus fein,<\/p>\n<p>Blut-Tr\u00e4nen gie\u00df vom Auge dein!<br \/>\nEs warf sich nieder Berg und Stein,<\/p>\n<p>als Muhammed geboren ward.<br \/>\nKoran 35\/24: &#8222;Wahrlich, Wir haben dich mit der Wahrheit entsandt, als Bringer froher Botschaft und als Warner; und es gibt kein Volk, bei dem nicht fr\u00fcher schon ein Warner erschienen w\u00e4re.&#8220;<\/p>\n<p>_______________________________<br \/>\n* \u201eStadt des Propheten&#8220;<br \/>\n** \u201edie Stadt&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Propheten sind Gottesgesandte, die g\u00f6ttliche Botschaften empfangen und verk\u00fcndigen. 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